Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Freyung-Grafenau

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Mein Tag beim BRK Kreisverband Freyung-Grafenau

Jeder kennt das Bayerische Rote Kreuz, den Rettungsdienst, den Häuslichen Pflegedienst und auch von der Kleideroase hat man schon gehört. Doch was steckt dahinter? Um das herauszufinden habe ich, Maria aus dem DAHEIMVORTEIL-Team, den Rettungsdienst einen Tag lang begleitet.

Es ist 6.45 Uhr – nervös stehe ich vor der Wache Freyung des BRK Freyung-Grafenau. Da kommt auch schon Notfallsanitäter Stephan Seidl und begrüßt mich fröhlich, bevor er mir den Ablauf erklärt: „Wir arbeiten im Rettungsdienst in Tag- und Nachtschichten, die je 12 Stunden dauern, weshalb wir jetzt erst einmal die Kollegen ablösen“.

Viele Eindrücke für einen Tag

Freundlich werde ich von der Gruppe begrüßt – darunter Ursula und Daniel, mit denen wir heute in der Tagschicht arbeiten. Zwei weitere Kollegen übernehmen den Krankentransport, fahren also Patienten, die beispielsweise von einem Arzt eingewiesen oder aus dem Krankenhaus entlassen werden, in die entsprechenden Einrichtungen. „Wir übernehmen Herzinfarkte, Schlaganfälle oder sonstige Notfälle“, erläutert Stephan und stattet mich mit einem Piepser aus. „Wenn der läutet, müssen wir schnell los“.

Dann fangen wir auch schon an. Zu Beginn jeder Schicht muss der Rettungswagen mit allen Geräten und Medikamenten auf Vollständigkeit und Funktion geprüft werden. „Hier darf nichts übersehen werden, denn das könnte jemanden das Leben kosten“, meint Daniel, der sich im ersten Lehrjahr befindet. Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Notfallsanitäter und als er mir die Details des Rettungswagens sowie der unzähligen Geräte erklärt, kann ich erahnen, wie umfangreich dieser Beruf sein muss.

Auf Pieps geht´s los

Stephan zeigt mir noch, wo ich im Ernstfall im Rettungswagen sitze und schon ist es soweit: Der Piepser schlägt Alarm – mit Blaulicht und Sirene starten wir los. Auf dem Weg wird mir doch etwas flau im Magen. Ich halte mich zwar generell nicht für zimperlich, aber Erfahrung mit verletzten Menschen hatte ich bisher nicht. Am Einsatzort angekommen staune ich nicht schlecht. Jeder Handgriff der Sanitäter sitzt und auch die Zusammenarbeit mit dem eintreffenden Notarzt läuft reibungslos. Im Laufe der Schicht folgen zwei weitere Einsätze. „Ein eher ruhiger Tag“, meint Daniel.

In einer freien Minute erzählt er mir, dass er schon seit Jahren ehrenamtlich bei der Feuerwehr sowie in der Ortsgruppe (beim BRK heißt das Bereitschaft) mitwirkt und das nun auch während seiner Ausbildung. „Ohne Ehrenamt funktioniert das alles nicht“, erklärt er mir. „Dadurch sind unsere speziellen Hilfeleistungen, die sogenanneten Fachdienste, wie die Psychosoziale Notfallversorgung, Katastrophenschutz, Wasserwacht, Bergwacht und so weiter erst möglich.“

Wahre Helferherzen

Ich bewundere so viel Einsatzbereitschaft und beginne im Laufe des Tages zu verstehen, was die Männer und Frauen an dieser Arbeit so begeistert. Es ist ein schönes Gefühl, zu helfen und sich zu engagieren. Man spürt ein Gemeinschaftsgefühl, von dem man sich gerne mitreißen und motivieren lässt.

Neben dem Rettungsdienst bietet das BRK noch sechs weitere Leistungsbereiche, wie man mir erklärt: den betreuten Fahrdienst, den Menüservice, die Kleideroasen, den Häuslichen Pflegedienst, Fort- und Weiterbildungen sowie den Hausnotruf.

„Die meisten dieser Einrichtungen sind auf ehrenamtliche Helfer angewiesen“, sagt Stefan.

„Auch Spenden sind nicht wegzudenken, um Ausrüstung und Ausbildung der Helfenden zu finanzieren.“ Deshalb engagieren sich viele der hauptberuflichen Helfer wie Daniel zusätzlich noch ehrenamtlich. Das habe ich so nicht erwartet und es zeigt mir einmal mehr, mit welcher Überzeugung die Menschen hier ihren Beruf ausüben.

Nach zwölf Stunden neigt sich meine Schicht dem Ende zu und ich bin geschafft von den zahlreichen Informationen und Eindrücken. Doch vor allem bin ich froh über diese Erfahrung und die vielen engagierten und herzlichen Menschen im Landkreis Freyung-Grafenau, die sich für uns alle einsetzen.

„Du kannst jederzeit wieder vorbeikommen“, sagt Stephan zum Abschied.

„Wir freuen uns über jede helfende Hand.“


BRK Kreisverband Freyung-Grafenau
Kolpingstraße 11
94078 Freyung
Tel.: 08551 91440
www.kvfreyung.brk.de

Ausbildung, BRK, Ehrenamt, gesponsert, Gesundheit und Pflege, Regional

Veröffentlicht: 15. August 2018

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