Deutsche Bundeswehr: Aufklärungsbataillon 8

1960

In dem Jahr wurde Freyung zur Garnisonsstadt. Damals  wurden 650 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 111 stationiert, wodurch sich Freyung von der damals östlichsten Stadt Westdeutschlands zum östlichsten Militärstandort am Eisernen Vorhang im Bereich NATO-Mitte etablierte.

Den meisten Bewohnern des Landkreises war diese Entwicklung nur recht: Nicht nur wegen des zusätzlichen Schutzes, sondern auch der Konjunktur zuliebe, denn zusammen mit der Kaserne wurden viele neue Arbeitsplätze geschaffen.

Seither hat sich in der Kaserne am Goldenen Steig viel getan – aus dem Panzergrenadierbataillon wurde das Aufklärungsbataillon 8, die Begeisterung der Bevölkerung sei aber nach wie vor ungebrochen, meint Kommandeur Oberstleutnant Matthias Blaesing: „Die Menschen hier sind bodenständig, ehrlich, naturverbunden und fleißig. Man wird so aufgenommen, wie man ist. Hier passt das Sprichwort perfekt: Wie man in den Wald ruft, kommt es auch zurück“, meint der Kommandeur.


Was machen die Aufklärer der Bundeswehr?

Mithilfe moderner Technik gewinnen sie wertvolle Informationen über Krisengebiete oder gegnerische Kräfte. Das Aufklärungsbataillon besteht aus vier Kompanien: Unterstützung, Spähaufklärung, Feldnachrichten und leichte Aufklärung sowie Technische Aufklärung.


Matthias Blaesing ist selbst Kind eines Soldaten und kennt die Herausforderungen dieses Berufes. Schon als Kind ist er sieben Mal innerhalb Deutschlands umgezogen. An den vielen Umzügen hat sich auch heute nichts geändert. Aber für den Kommandeur war klar, dass auch er die Laufbahn seines Vaters einschlagen wolle.
„Einer der Hauptgründe, warum ich zur Bundeswehr ging, war die Verantwortung, die man dort schon früh übernehmen kann“, erklärt er. So ist er heute mit knapp über 40 Jahren für 500 Soldatinnen und Soldaten in Freyung verantwortlich.

Spezialisten im Einsatz

Im Aufklärungsbataillon 8 wird Ausbildung großgeschrieben und Matthias Blaesing fügt hinzu: „Damit man die Männer und Frauen guten Gewissens in Einsätze schicken kann und sie gesund wiederkommen.“
Denn obwohl sich Deutschland aktuell im Frieden befinde, seien angespannte politische Situationen bis hin zu Krieg immer ein Thema. „Seit der Ukraine und dem Baltikum wird die Landesverteidigung wieder wichtiger. Man spricht dabei aber auch von Bündnisverteidigung.

Aus diesem Grund senden wir nächstes Jahr wieder 100 Mann nach Litauen und üben mit unseren Partnern den Ernstfall“, berichtet Matthias Blaesing. Man unterstützt sich gegenseitig – und zeigt diese Unterstützung auch.

Diese Beistandsinitiative entstand 2016 durch die NATO und heißt Enhanced Forward Presence, welche der Sicherung der Ostflanke Europas dient.

Gut vorbereitet

Dabei werden Kampftruppen aus den verschiedensten Nationen zu Ausbildungs- und Übungszwecken gemeinsam geschult. „Für einen Einsatz wie diesen bereiten wir unsere Soldatinnen und Soldaten speziell vor, beispielsweise mit Englischkursen. Außerdem werden Fragen behandelt wie lange man im Einsatz ist, welche Herausforderungen oder auch Gefährdungen jeden einzelnen erwarten“, meint der Kommandeur.
Eine so intensive Vorbereitung dauert seine Zeit: Etwa ein bis zwei Jahre vorher beginnt man dafür mit den Planungen.

Kein Tag wie der andere

„Einen typischen Tag in der Kaserne gibt es nicht. Dafür ist unsere Bandbreite viel zu groß“, weiß Matthias Blaesing. Neben den abwechslungsreichen Arbeitstagen in der Kaserne kümmert sich die Bundeswehr auch um das leibliche Wohl seiner Soldatinnen und Soldaten. So gibt es in der Kaserne einen Friseur, zwei Ärzte, einen Zahnarzt, eine Sporthalle, einen Kraftraum und sogar eine Sauna. Was dem Kommandeur am besten gefällt, sei das positive Umfeld:

„Diejenigen, die hier stationiert sind, nehmen viel Motivation aus der Anerkennung der Bevölkerung. Das Miteinander funktioniert hervorragend und wir können den gesamten Landkreis zu Übungszwecken nutzen. Das ist für viele Standorte der Bundeswehr nicht selbstverständlich.“

Persönliche Herausforderungen

Trotz der guten Versorgung auch während der Auslandseinsätze gehen diese nicht spurlos an den Soldaten vorbei. Aus diesem Grund werden sie vor, während und nach solchen Einsätzen psychologisch versorgt.

„Auch die Familien vor Ort werden von uns betreut“ erläutert Jonny H., ausgebildeter Spähzugführer (Fennek). Als Oberleutnant ist er ein typischer Ausbilder der Kaserne am Goldenen Steig. Er ist für die Personalsteuerung im Ausland zuständig und kümmert sich um die Ausbildung für die speziellen Einsätze.

Jonny H. kommt aus dem Osten Thüringens und hat sich nach der Ausbildung auf persönlichen Wunsch nach Freyung versetzen lassen: „Für die Bundeswehr muss man gemacht sein. Außerdem möchte ich, wie meine Kameraden auch, dazu beitragen, die Bundeswehr mit meiner Arbeit Stück für Stück ein bisschen besser zu machen.“


Aufklärungsbataillon 8
Kaserne am Goldenen Steig
Oberst-von-Boeselager-Straße 30
94078 Freyung
Tel.: 08551 9120
aufklbtl8karriere@bundeswehr.org
Aufklärungsbataillon 8

Ausbildung, Heimat, Regional, Sport, Technik

Veröffentlicht: 29. März 2019