Ein Kommentar von Christoph Umseher

DARUM WIRD DEIN ONLINE-SHOP (VERMUTLICH) SCHEITERN

Christoph Umseher begann in seiner Studienzeit an der Universität Passau als Freelancer für Online-Marketing-Projekte zu arbeiten. Der gebürtige Freyunger ist nun seit November 2017 wieder in seiner alten Heimat bei der Agentur Freunde der guten Idee als Online-Marketing-Specialist angestellt.

Die Goldgräberstimmung im Internet boomt bis heute. Die Hürden für Neugründungen sind in Zeiten von CMS-Systemen und Homepage-Baukästen so niedrig wie nie. Allein im ersten Halbjahr 2017 wurden in Deutschland rund 288.000 neue Unternehmen registriert – und das obwohl 9 von 10 Start-Ups die ersten zwei Jahre nicht überstehen. Häufig genannte Gründe sind mangelndes Kapital oder fehlende IT-Spezialisten.

Seit mehr als fünf Jahren begegnet mir jedoch eine Hauptursache für das Scheitern neuer Unternehmen wieder und wieder: Während sich Gründer wochenlang über Designs, passende Farben und Schriftarten den Kopf zerbrechen, machen sich nur wenige Menschen Gedanken darüber, wie sie denn am Ende Besucher auf ihren Online-Shop bringen können. Ein Online-Shop ohne Besucher kann keinen Umsatz generieren – sei das Produkt noch so innovativ oder günstig.
Trotzdem findet die Generierung von Besuchern selten den Weg in die Budgetplanung. Es herrscht die Meinung, dass ein schöner Online-Shop alles sei, was man braucht, um ein erfolgreicher Online-Händler zu werden.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass die Möglichkeiten, Besucher zu generieren beschränkt sind. Insgesamt gibt es für Online-Händler sieben Wege (wie unten aufgelistet), um Besucher – und damit Umsatz – zu erzeugen. Gerade im Anfangsstadium einer Gründung sind Kapital und Zeit genau die Faktoren, die nur begrenzt zur Verfügung stehen. Genau diese sind es aber, die am Ende des Tages über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Im Alltag begegnen mir leider häufig Gründer, die sich mit gestalterischen Details aufhalten, anstatt über die Vermarktung nachzudenken. Ohne eine Online-Marketing-Strategie, Zeit und/oder Kapital bringt sie auch der schönste Online-Shop und das beste Produkt nicht weiter.

So klappt der perfekte Start mit dem eigenen Onlineshop

E-Mail-Marketing
Über Newsletter via E-Mail werden Kunden/Newsletter-Empfänger über neue Produkte informiert. Setzt voraus, dass Empfänger bereits vorhanden sind. Es erfordert viel Zeit, diesen Bestand aufzubauen.

Search Engine Advertising (SEA)
Dabei handelt es sich um bezahlte Werbenazeigen bei Google, Bing & Co. Erfordert Kapital und Know-How und setzt zudem voraus, dass bereits Menschen nach dem Produkt suchen.

Search Engine Optimization (SEO)
Die Seite wird bei Google für bestimmte Begriffe in den natürlichen Suchergebnissen gelistet, ohne dafür zu bezahlen. Erfordert viel Zeit , Know-How und eine Prise Glück. Setzt zudem voraus, dass bereits Menschen nach dem Produkt suchen.

Direkte Zugriffe
Jemand kennt die Zieladresse auswendig und gibt diese direkt in den Browser ein. Dies erfordert ein hohes Maß an Markenbekanntheit, wie z.B. bei Amazon.

Verweise
Andere Webseiten verlinken auf den betreff enden Online-Shop. Erfordert Zeit, Kapital und ein gutes Netzwerk.

Soziale Netzwerke, z.B. Facebook
Möglichkeit, über Postings oder Werbeanzeigen bei Facebook, Instagram und Co. Aufmerksamkeit zu generieren. Erfordert viel Zeit, um interessante Inhalte aufzubauen und viel Fingerspitzengefühl beim Umgang mit Beschwerden.

Display-Ads
Werbebanner im Internet, z.B. auf der rechten Seite einer Homepage. Dies erfordert Kapital, Zeit und Know-How.

Handel, Kommentar, Start-Up

Veröffentlicht: 15. Februar 2018