Eine runde Sache

Von A wie Anzugsuche bis Z wie Zeremonie. Was passiert eigentlich in der Zeit zwischen verlobt und verheiratet? Was muss ein Paar alles vorbereiten und buchen, worauf soll es achten und wann sollte es am besten mit der Planung für den großen Tag beginnen? Wir haben bei den Hochzeitsplanerinnen Svenja und Susanne nachgefragt.

Svenja ist bereits seit zehn Jahren als Hochzeitsfotografin tätig und Susanne hat lange in der Gastronomie gearbeitet, wodurch sie bereits auf vielen Hochzeitsfesten bedient hat. So konnten die beiden schon viele Facetten der Hochzeitsbranche kennenlernen.

„Da fallen einem oft Dinge auf, die gut aber auch nicht gerade optimal sind“, erzählt Svenja Sondorfer. Mit ihrem Wissen unterstützen sie nun Brautpaare von der Verlobung bis zur Hochzeitsreise.

„Da kann man leicht mal in die Budgetfalle tappen – es gibt aber auch sinnvolle Dinge, wie Fächer im Sommer oder ein paar FlipFlops zum Wechseln, wenn die Beine schmerzen“, sagt Susanne.

Beim Thema Zeitplanung und Aktivitäten gegen mögliche Langeweile meinen es laut Svenja und Susanne viele Brautpaare zu gut mit ihren Gästen. „Viele verlieren sich stark mit Spielen auf der Feier. Mit sowas ist es immer schwierig, es soll alle ansprechen aber auch nicht zu lange dauern. Wir geben den Tipp, nie mehr als ein Spiel einzuplanen“, so die beiden Hochzeitsexperten.

Vor jedem tollen Hochzeitstag gibt es eine Zeit der intensiven Planung, wichtigen Entscheidungen und gefühlt unendlichen Gesprächen. Nicht jeder weiß von Kindheitsträumen an, wie der große Tag im Leben einmal aussehen soll. „Wir geben immer den Tipp, im ersten Schritt gemeinsam über Vorstellungen, Wünsche und die ungefähre Gästezahl zu sprechen, ein Moodboard zu basteln und sich erst dann Gedanken über Kleinigkeiten zu machen. Im Laufe der Zeit kommen da viele Ideen dazu. Man sollte aber auch wieder aussortieren, was eigentlich unwichtig ist und was man nicht braucht“, so Susanne Bachhuber.
Apropos: Wann beginne ich eigentlich mit der Planung? Hierbei sind sich die beiden Hochzeitsexperten einig: „Heutzutage muss man schon 1,5 bis 2 Jahre Vorbereitung einplanen. Spontan, darunter ist ein dreiviertel Jahr gemeint, wird es oft schon schwierig, da insbesondere gute Bands und Locations früh ausgebucht sind. Die meisten Brautpaare haben konkrete Vorstellungen, da sollte man bei so kurzer Vorbereitungszeit schon etwas flexibel sein“, erzählen die beiden.

Ein Trend, den Svenja und Susanne in der letzten Zeit bemerkt haben: Freitagshochzeiten sind voll im Kommen.

Budget und Zeit

Es gibt zwei Punkte, die bei der Planung essentiell sind: Das Budget und der Zeitplan.

„Das Budget und auch die Gästezahl spielen insbesondere bei der Wahl der Location eine große Rolle. Auch werden bei der Budgetplanung oft Kleinigkeiten übersehen, die man am Anfang nicht mit einrechnet, die sich aber schnell aufsummieren“, so Svenja.

Hier spielen das Internet und vermeintliche Must-Haves einen nicht gerade unwichtigen Teil: Inspirationen zum Thema Hochzeitsplanung können oft hilfreich sein. Jedoch sollte man immer hinterfragen – braucht es das wirklich? Ob Candybar (eine Bar mit vielen kleinen Süßigkeiten), Pimp my Getränk (mit ein bisschen Obst, Kräutern, Säften usw. sollen übliche Getränke aufgepeppt werden – und zwar von den Gästen selbst) oder eine Highheelsgarage (meistens eine alte Holzpalette, in die irgendwann im Laufe des Abends das ungemütliche Schuhwerk der Damen gesteckt wird) – die Liste der Ideen ist lang und irgendwann auch ganz schön unübersichtlich.

Mädchenträume

Vielen Bräuten kribbelt es schon in den Fingern, wenn sie nur daran denken, bald in ein Brautkleid schlüpfen zu können. Bei der Kleidersuche sollte man sich jedoch gar keinen Stress machen: „Am besten vereinbart man erst mal einen Termin in einem Laden, um überhaupt mal ein Gefühl für so ein Kleid zu entwickeln. Sollte man dann nicht gleich fündig werden, kann man anschließend einen neuen Termin in einem weiteren Laden ausmachen. Viele Bräute werden wahrlich zu richtigen Brautkleidtouristen. Davon können wir nur abraten“, sagt Susanne.

Auch die Entfernung des Brautmodenladens sollte beachtet werden, da man dort mindestens dreimal hinfahren müsse: zum Aussuchen, Abstecken und Abholen des Kleides. Außerdem sollten zur Brautkleidsuche nur die engsten Vertrauenspersonen mitgenommen werden – zu viele Meinungen können oft ganz schön verwirren und wer will schon, dass bereits vor der Hochzeit so viele Gäste das Brautkleid zu Gesicht bekommen?

Für Svenja und Susanne gibt es drei Dinge, die eine Hochzeit zu etwas Besonderem machen: Wenn das Brautpaar miteinander feiern und den Tag genießen kann, wenn sich das Paar keine Gedanken machen muss ob etwas schief gehen könnte und wenn man die frisch Vermählten an ihrem großen Tag strahlen sieht. „Das macht uns dann selber glücklich“, schmunzeln die beiden.

Eine Hochzeit ist für viele Paare wie ein Event – dabei soll sich aber das Brautpaar selbst nicht vergessen, für die es letzendlich eines der schönsten Feste im Leben sein soll.

Man sollte sich auf keinen Fall mit anderen messen und so heiraten, wie man es selber möchte – das kommt nie wieder.

Die Zeit der Planung mag für manche Paare oft stressig oder auch chaotisch sein – man sollte jedoch nie vergessen, dass diese Zeit (hoffentlich) nie wieder kommt und sie somit in vollen Zügen genießen.

Hochzeitsspecial

Veröffentlicht: 25. November 2019