Sportliche Unikate mit Seltenheitsfaktor

Ju-Jutsu Training
Völkerball Match
Völkerball Mannschaft
Ju-Jutsu Team
DiscGolf Initiator
Ju-Jutsu Training
DiscGolf

Es lebe der Sport

J
eder hat eine Lieblingssportart – ob er sie nur im
Fernsehen verfolgt, in der Freizeitliga dabei ist oder sportliche Karriereziele anstrebt. Manche Sportarten haben zusätzlich einen Seltenheitscharakter, wie die folgenden Beispiele aus dem Landkreis verdeutlichen.

Über Sportsgeister und Freigeister

Richtig hart im Nehmen sind die Völkerball-Damen des SV-DJK Karlsbach. Was die meisten wohl noch aus Schulzeiten kennen, schaut bei den aktuell 18 Mitgliedern des Teams deutlich schneller und riskanter aus.

Maria Resch ist Mannschaftskapitänin und seit beinahe 20 Jahren begeisterte Völkerballerin. „Es sind die Freundschaften, die unsere Mannschaft zu etwas Besonderem machen“, weiß Maria. „Die Mädels kannten sich entweder schon vorher oder wurden durch den Sport zu engen Freunden.“

Im gesamten Landkreis FRG gibt es derzeit vier Mannschaften: Den SV-DJK Karlsbach, SV Grainet, SV Hintereben und FC Vorderfreundorf, die sich über den Sommer Wettkämpfe liefern – teilweise verbunden mit anschließenden Dorffesten, wo man den Tag gemeinsam Revue passieren lassen und einen ausgelassenen Abend genießen kann. Einen Trainer gibt es in Karlsbach allerdings nicht. „Das liegt einfach daran, dass wir uns gegenseitig die Unterstützung geben, die wir brauchen. Wir organisieren unser Training selbst und sind sehr motiviert“, meint Maria.

„Wir haben eine tolle Gemeinschaft mit ganz unterschiedlichen Charakteren – die dennoch gut zusammenpassen.“
– Susanne, Teammitglied

Wie ging das noch mal?

Wer die Regeln vergessen hat, bekommt hier noch einmal eine kleine Auffrischung: Auf jeder Spielfeldhälfte stehen neun Spieler, der Freigeist befindet sich hinter der gegnerischen Seite und wartet auf die Bälle der Spieler.

Wer abgeworfen wird, räumt das Feld und kehrt erst dorthin zurück, wenn er von außen einen Gegner abwirft. Wenn alle Spieler einer Mannschaft abgeworfen wurden, kommt der Freigeist mit drei Leben ins Spiel – wird dieser drei Mal abgeworfen, ist das Spiel vorbei.

„Wir haben zusammen unglaublich viel Spaß. Wir fänden es aber schön, wenn es in Zukunft noch mehr Mannschaften im Landkreis geben würde. So könnte dieser Sport weiter wachsen.“

Völkerball Match

In der Ruhe
liegt die Kraft

Selbstverteidigungssportarten sind echte Exoten – im wahrsten Sinne des Wortes, denn viele kommen aus dem asiatischen Raum. Ju-Jutsu entstand in Japan in der Zeit der Samurai und bedeutet übersetzt „sanfte Kunst“.

Dass Exoten mittlerweile auch im Bayerischen Wald, genauer gesagt beim TSV Waldkirchen, heimisch sind, wissen jedoch nur Wenige. Das Dojo Ryoshin (auf deutsch: reines Herz) existiert dort seit bereits sechs Jahren und lehrt den 25 Vereinsmitgliedern diese besondere Form der Selbstverteidigung.

Ju-Jutsu ist eine Sportart, die verschiedene Selbstverteidigungsmechanismen beinhaltet und in der klassischen Kampfkunst angesiedelt ist.

„Jeder, der bei uns trainiert, kennt die Verantwortung dieser Sportart: Es geht nicht darum zu kämpfen, sondern sich verteidigen zu können oder gefährliche Situationen zu erkennen, bevor sie entstehen“,

erläutert Christoph Knödlseder, Spartenleiter und Trainer, der das Ryoshin Dojo nach Freyung-Grafenau brachte.

Christoph selbst war zunächst lange Zeit dem Taekwondo verschrieben. Doch wie einige andere kam auch er an einen Punkt, wo er mehr wollte. „Beim Ju-Jutsu lernt man Selbstverteidigung in einem sehr umfangreichen Ausmaß. Im Notfall könnte man sich so auch mit einem Regenschirm gegen Angreifer schützen“, weiß er. Ein weiterer Vorteil ist, dass man diese Sportart auch noch in höherem Alter lernen kann.

Der Name Ryoshin stammt von Christophs Großmeister Tony Carrick aus Dublin. „Schon während des Studiums bin ich immer wieder zu ihm gefahren, um mehr zu lernen“, erinnert er sich. In Dublin ist auch das Haupt-Dojo, das sogenannte Hombu-Dojo, durch das die Schulen in Deutschland sowie in England entstanden sind – noch heute existiert ein reger Austausch zwischen ihnen.

„Im Oktober veranstalten wir ein dreitägiges Seminar in Bad Griesbach. Dabei kommen Iren, Engländer und Deutsche zusammen, trainieren und tauschen sich abends beim gemeinsamen Abendessen aus. Wir sind eine richtige Familie“, meint Christoph.

Ende Juli fanden die Einstufungstests statt, bei denen die Schüler aus Waldkirchen ihr Können auf die Probe stellen konnten. Christoph freut sich nach der Sommerpause auf die neue Saison Anfang September: „Ich glaube, dass sich viele Menschen nicht zutrauen, eine Selbstverteidigungssportart wie Ju-Jutsu zu machen. Aber wir freuen uns über jeden, der bei unserem Training vorbeischauen möchte und nehmen gerne neue Mitglieder in unsere vielseitige Gruppe auf.“

Als ich das erste Mal ins Training kam, habe ich mich sofort in die Gruppe integriert gefühlt.
– Verena


Ryoshin Ju-Jutsu
Grundschule Karlsbach
Kirchberg 6
94065 Waldkirchen
info@ryoshin.de
www.ryoshin.de
Training: Di.: 19.30–21.00 Uhr | Do.: 20.00–21.30 Uhr

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Überflieger

Mit Schwung durch den Sommer: Seit diesem Mai ist der Discgolf Parkour am Badesee in Mauth offiziell eröffnet. „Die Idee hatte ich, als ich bei einem Familienurlaub auf die Sportart aufmerksam geworden bin“, erklärt Matthias Lenz, Vorstand des Gewerbevereins Mauth, der den Parkour finanzierte.

Matthias ist in einem Maschinenbaubetrieb als Arbeitsvorbereiter tätig und selbst begeisterter Freizeitsportler. „Die sechs Körbe des Parkours sind in ein bis zwei Stunden zu schaffen“, meint Matthias. „Natürlich darf jeder selbst festlegen, von wo aus er werfen möchte, aber normalerweise ist der letzte Korb gleichzeitig der Startpunkt für den nächsten.“

So eine Freizeitanlage macht für viele wie Matthias einen großen Unterschied:

„Wir möchten, dass Mauth als Region nicht nur für Urlauber, sondern auch für die Menschen aus der Region attraktiv bleibt.“

Die Saison des Discgolf beginnt Anfang Mai und läuft, wenn es die Witterungsbedingungen zulassen, bis Ende Oktober.

Die Ausrüstung kann in der OMV Tankstelle Mauth ausgeliehen werden. Sollte der Discgolf Parkour in Zukunft von den Menschen angenommen werden, könnte sich Matthias vorstellen, die Anlage weiter auszubauen: „Den Platz dafür hätten wir und die Gemeinde ist ebenfalls an der Attraktivität des Badeseegeländes interessiert.“

Discgolf Parkour
Badesee Mauth
94151 Mauth
www.discgolf-bayerischer-wald.de

Ausrüstungsverleih
Tankstelle OMV
Freyunger Straße 11
94151 Mauth

Kosten
4,00 € – Erwachsene
2,50 € – Kinder
1,00 € – Schulen/Kindergärten
9,00 € – Familienkarte (2 Erw./2 Kinder)

Ermäßigung
mit Gästekarte -1 €
mit Aktiv-Card kostenlos

Kaution
für Disc-Set 20 €

DiscGolf

Natur, Regional, Sport

Veröffentlicht: 19. September 2018

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