Ausstellung: Heinz Theuerjahr

Theuerjahr Ausstellung Affe
Theuerjahr Ausstellung Giraffe
Theuerjahr Ausstellung
Theuerjahr Ausstellung Vogel

Ein Freundeskreis fürs Leben

Heinz Theuerjahr wäre in diesem Jahr 105 geworden. Seine Kunst ist bis weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt – viele unbekannte Werke werden momentan aus Privatsammlungen im Museum Moderner Kunst Wörlen in Passau ausgestellt.

Marion Bornscheuer, Leiterin des Museums und promovierte Kunsthistorikerin, freut sich über diese Ausstellung ganz besonders:

„Mich fasziniert, wie jedes einzelne Werk die unglaubliche Beobachtungsgabe des Künstlers widerspiegelt.“

Toni Pongratz aus Hauzenberg ist Gründungsmitglied des Freundeskreises Theuerjahr, dessen etwa 125 Mitglieder persönlich mit dem Künstler befreundet waren. „Heinz hatte einen großen Freundeskreis und war ein recht geselliger Mensch“, weiß Toni Pongratz aus den Jahren der Freundschaft mit Theuerjahr.

Die persönliche Beziehung ist es, die das besondere Verhältnis zu den Werken für Toni Pongratz ausmacht. Der Krankenpfleger kümmerte sich einige Zeit um Heinz Theuerjahr, als dieser krank wurde und bettlägerig war.

Mit dem Zelt auf Wanderschaft

Das Leben des Bildhauers und Malers war geprägt von Reisen – schon früh entdeckte Theuerjahr seine Leidenschaft für das Malen nach der Natur.

Gebürtig aus Stolp in Ostpommern streifte der Künstler in den 1930er Jahren durch die größtenteils noch unentdeckten Naturschätze Deutschlands und kam dabei auch in Grafenau vorbei. Als Student verdiente er sich Kost und Logis mit dem Spielen der Ziehharmonika und hörte dabei von Waldhäuser.

„Da muss ich hin“, dessen war sich Theuerjahr sicher. Warum er sich dort niederließ, weiß Toni Pongratz:

„Er brauchte die Stille des Bayerischen Waldes. Auch wenn er 14 Mal in Afrika war und es ihn immer wieder in die Welt hinauszog, so war Waldhäuser im Herzen immer sein Zuhause.“

„Außerdem“, erzählt Toni Pongratz schmunzelnd weiter, „muss es so gewesen sein, dass Heinz einem Bauern erzählte, wie gerne er in Waldhäuser leben würde. Dieser antwortete ihm: Du willst in den Bayerischen Wald ziehen? Du weißt doch nichts über unsere harten und langen Winter. Aber wenn du es ernsthaft willst, schenke ich dir ein Stück von meinem Land.“

Und so kam es, dass Theuerjahr seine Heimat in den Bayerischen Wald verlegte. Die Ausstellung in Passau widmet sich dem Leben und Schaffen dieses Künstlers.

Theuerjahr: Ein Freund klarer Linien

Was bei den Werken von Heinz Theuerjahr sofort ins Auge sticht, ist die Liebe zur Formenreduktion und die allgegenwärtige Dynamik der Linien.

Auf seinen Reisen begegnete Theuerjahr den Tieren, die er stets mit Demut beobachtete und eingehend studierte – dann brachte er sie zu Papier, fokussiert auf die wesentlichen Züge der einzelnen Arten.

Die Stücke in der Ausstellung entstammen größtenteils der privaten Sammlung des Freundeskreises, welcher gleichzeitig seinen 25. Gründungstag feiert.

Die Arbeiten des Künstlers sind vielerorts bekannt – der Skulpturenpark am Fuße des Lusen dürfte einigen ein Begriff sein.

„Heinz Theuerjahr war ein Künstler, der den Menschen sehr nah war und es verdient hat, noch bekannter zu werden. Wir freuen uns, wenn das Publikum die Ausstellung gut annimmt“, schließt Marion Bornscheuer.


Museum Moderner Kunst Wörlen
Bräugasse 17
94032 Passau
Tel.: 0851 383879-0
info@mmk-passau.de
mmk-passau.de

Öffnungszeiten:
Di–So: 10–18 Uhr
Mo (geöffnet bis 30. Sep.): 10–16 Uhr

Handwerk, Heimat, Kunst, Natur, Tiere

Veröffentlicht: 12. September 2018

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