Selbstgemachte, individuelle Holzvasen

Holzvasen
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Astreine Arbeiten

ES IST SCHON VERRÜCKT: MAN STELLE SICH EINMAL VOR, MAN ARBEITET SCHON FAST 40 JAHRE IN DERSELBEN ARBEITSSTELLE. UNZUFRIEDEN WAR MAN DABEI NIE, ABER ERST BEI DER PENSIONIERUNG STELLT MAN FEST, DASS MAN GERADE JETZT DIE EIGENE BERUFUNG ZUM BERUF MACHEN KÖNNTE.

Für das Interview haben Max Pongratz und seine Frau Anneliese den Tisch gedeckt: Es gibt Kaffee, frisch gebackenen Kuchen und in der Mitte steht eine der selbstgemachten, individuellen Holzvasen des Hausherren.

Von der Bahn zur Dekoabteilung

Bei der Zentralisierung der Deutschen Bahn 1999 nach Duisburg beschloss Max, in die Rente zu gehen.

„Ich habe schon immer gerne mit Holz gearbeitet. Beim Modehaus Garhammer wurde zu dieser Zeit groß umgebaut und ich wurde in der Dekoabteilung eingestellt, wo handwerkliches und kreatives Geschick gefragt war“, beschreibt Max seinen Weg zu einer bedeutenden beruflichen Wende.

Das Hobby bleibt Hobby

„Schon mit 20 Jahren habe ich aus einem Elektromotor und einer Sägewelle meine erste Kreissäge selbst gebaut“, erinnert sich der Handwerker. „Mit der Zeit habe ich mir nach und nach das Wissen angeeignet. Und dann entdeckte ich auf der Messe Nürnberg einen Stand mit schönen Unikaten aus Holz.“ Mit dieser Inspiration begann Max, das Holz für seine Vasen zu wählen: „Wichtig ist, dass man dafür Äste nimmt – dort gibt es die schönsten Maserungen.“ Seine Frau Anneliese war von Anfang an eine Stütze und sehr begeistert von der Arbeit ihres Mannes. „Irgendwann hatten wir kaum noch Platz im Haus“, meint sie. „Und insgeheim dachte ich mir schon länger, dass die Vasen unter die Leute gehören: Deswegen habe ich Max für einen Künstlermarkt angemeldet.“ Max sieht Anneliese an und schmunzelt: „Das stimmt. Sie hat mich angemeldet, ohne mich vorher zu fragen. Da war ich anfangs schon etwas wütend.“

Der Exportschlager

Doch die positive Resonanz überraschte beide gleichermaßen. „Das schönste Kompliment“, überlegt Max. „Das kam definitiv von einem älteren Ehepaar. Sie kauften für ihren Sohn eine meiner Vasen als Mitbringsel, da dieser mit seiner Frau nach Finnland gezogen war und sie ihn besuchen wollten.“ Das mitgebrachte Geschenk gefiel scheinbar so gut, dass Max noch zwei weitere Male Besuch von dem Paar bekam, das eine neue Vase für den Sohn und dessen Frau mitnahm.

Viel Arbeit bis zum fertigen Schmuckstück

Die Vasen kosten Max viele Arbeitsstunden. Allein die Beschaffung der Äste ist alles andere als einfach. „Man muss immer mit offenen Augen durch die Welt gehen. Wenn ich einen gefällten Baum sehe, klingel ich schon einmal bei fremden Leuten und frage nach den Ästen ihrer Apfel- oder Nussbäume“, lacht Max, der so immer wieder neue Bekanntschaften schließt. Wenn er das benötigte Material einmal besitzt, muss er es wochenlang trocknen, zuschneiden, an die Vasen anpassen, verleimen und einölen. „Die Arbeitsstunden rechne ich nicht mit ein, das ginge gar nicht“, meint Max schulterzuckend. „Aber es macht mir einfach Spaß.“ Und diese Leidenschaft für seine Arbeit sieht man den Vasen an, oder?

 

Du willst auch eine Vase von Max oder brauchst eine gute Geschenkidee?

Am 24. und 25. Februar ist er auf dem Markt in der Stadthalle in Pocking oder am 4. März im Atrium in Röhrnbach.

 

Handwerk, Kunst

Veröffentlicht: 23. Februar 2018