Imker in Niederbayern

Bienenstock
Bienen Imker
Bienenstock
Bienen Honig
Bienen Honigwaben

Honigsüß

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lles summt, in der Nase hängt ein süßer Duft, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt: Logisch, wenn Michael Kluiber mit seiner Frau Katharina und deren Bruder Stephan Nigl den Honig erntet.

Stephan war der erste der drei, der auf den Geschmack des Imkerns gekommen ist. „In unserem Apfelbaum saß plötzlich ein Bienenvolk und weil ich mich schon lange für die Imkerei interessiere, war das der perfekte Start in ein tolles Hobby“, berichtet der 37-jährige Trockenbauer.
Aus dem ersten Bienenvolk wurden mehr und bald darauf waren auch Katharina und Michael Feuer und Flamme für die fleißigen Bienen. Heute haben die beiden Familien schon über 20 Völker, um die sie sich gemeinsam kümmern. Mit ihrem Hobby sind sie nicht allein – laut dem Deutschen Imkerbund haben rund 120 000 Imker in Deutschland zusammen genommen stolze 830 000 Bienenvölker. Dabei kommt der Großteil von ihnen aus Bayern.

Forscher fanden heraus, dass schon vor 110 Millionen Jahren Blütenpflanzen Merkmale aufzeigten, die auf eine Bestäubung durch Bienen hinwiesen. Auch heute noch zählen Bienen weltweit zu den wichtigsten Bestäubern.
Jedes Volk kann zum Ende des Sommers mindestens eine neue Königin hervorbringen. Die alte muss dann dafür ihr Nest verlassen und sucht sich ein neues, wobei Stephan und Michael Bienenvolkableger präparieren, sodass sie kein Volk verlieren. Die erste Königin, die schlüpft, sticht ihre noch ungeborene Konkurrenz im wahrsten Sinne des Wortes aus, um ihre Rolle im Volk zu sichern. Was nach grausamen Gepflogenheiten klingt, ist in Wahrheit dringend notwendig. Denn jedes Volk wird zum Einzug der neuen Königin geschwächt – wenn die alte das Nest verlässt, nimmt sie einen großen Teil der Bienen sowie des Honigs mit. Bei der neuen Königin dauert es bis zu vier Wochen, bis neue Nachkommen gezüchtet und neuer Honig produziert werden kann.

Der deutsche Imkerbund unterstützt Imker in der gesamten Bundesrepublik. Er bietet Ausbildungsangebote für angehende Bienenbesitzer an und sorgt dabei auch für den artgerechten Umgang mit den fleißigen Brummern und die damit verbundene Diversität der gesamten pflanzlichen Artenvielfalt, die durch die Honigbiene bestehen bleibt.

Bienen sind Vegetarier und sammeln ihr Futter hauptsächlich vom Nektar der Blüten oder im Wald durch ein süßes Sekret, dass unter anderem von Blattläusen ausgeschieden wird.

Anfang bis Mitte August wird Honig zum letzten Mal geschleudert. So konnten Katharina, Michael und Stephan in diesem Jahr rund 600 Kilogramm Honig ernten. Eine Wabe könne dabei schon mal bis zu drei Kilogramm wiegen, erklärt Stefan.
„Das ist nicht viel“, meint er weiter und lacht. „Allein in meiner Familie werden jährlich bestimmt 50 Gläser Honig gegessen. Der Rest wird innerhalb der Verwandtschaft und der Bekanntschaft verkauft. Dieses Jahr konnten wir zum ersten Mal auch etwas in der Tourismusinfo Waldkirchen absetzen. Es wird von Jahr zu Jahr größer“, schwärmt der Fluggerätemechaniker Michael.
Wobei keiner von ihnen den Gewinn im Fokus hat. „Natürlich ist es toll, wenn man seinen eigenen Honig auch verkaufen kann“, erläutert Katharina. „Aber wir reinvestieren das meiste davon wieder in Ausrüstung. Die Arbeitsstunden rechnen wir dabei sowieso nicht. Das ist egal. Hauptsache, unseren Bienen geht es gut.“
Besonders gefährlich für Bienen ist die Varroamilbe. Dieser Parasit hängt sich an die Made und ernährt sich von dieser. Dies führt zu Missbildungen und damit zu einem gefährlichen Schwund in den Bienenvölkern. Auch im Winter müssen beide Familien nach ihren Bienen und einem möglichen Varroabefall sehen. „Wir schauen wahrscheinlich öfter nach, ob alles in Ordnung ist, als man eigentlich müsste“, meint Michael.
Aber im nächsten Jahr soll es weiter gehen. Auch die Kinder von Stephan sind schon mit dabei. „Vor allem, wenn es ums Honigschleudern geht. Da halten sie gerne mal einen Finger hin. Oder mehrere“, lacht dieser und freut sich schon wieder auf die nächste Saison mit seinen Bienen.

 

Das allgegenwärtige Mittel gegen kalte Finger in den kühler werdenden Tagen ist eine heiße Tasse Tee. Und womit könnte man sich den besser versüßen als mit einem kleinen Löffel Honig?

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Veröffentlicht: 15. August 2018

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