Immer das Ziel vor Augen

Die junge Leistungssportlerin Ann-Christin Marold aus Hauzenberg lebt seit eineinhalb Jahren in Linz und geht dort auf das Bundesoberstufenrealgymnasium in die 8. Klasse. Dass die 16-jährige Eisprinzessin die meiste Zeit ihrer Jugend auf dem Eis verbringt stört sie nicht, denn schließlich liebt sie ihren Sport – trotz Höhen und Tiefen.

Mit viereinhalb Jahren stand das Eislauftalent zum ersten Mal in den Schlittschuhen. „Meine Mutter hat mich damals zum Kindergartenkurs in Waldkirchen, den damaligen Eisflöhen, angemeldet. Das hat mir gleich so viel Spaß gemacht, dass ich bis heute nicht mehr mit dem Eiskunstlauf aufgehört habe“, erzählt sie. Es habe nicht lange gedauert, bis das Talent der jungen Sportlerin zum Vorschein kam. Vier Jahre war Ann-Christin Mitglied im TSV Waldkirchen, bis sie 2010 zum EC Regensburg wechselte. Nach acht Jahren in Regensburg ging es für die Eisprinzessin 2018 nach Linz, wo sie nun seit der Saison 2019 für den EC Oberstdorf startet. „Die Deutsche Juniorenmeisterschaft, bei der ich Anfang des Jahres 2018 Deutsche Meisterin wurde, hat mir klar gemacht, dass ich beim Eiskunstlauf weiterkommen und noch vieles erreichen möchte. Dazu fehlten mir aber einfach optimale Trainingsbedingungen. Mit dem Wechsel auf das Bundesoberstufenrealgymnasium in Linz und dem Teamwechsel zum EC Oberstdorf bin ich meinen Zielen einen guten Schritt näher gekommen“, erzählt die ehrgeizige Sportlerin.

Durchgeplant

Neben ihrem Schulalltag trainiert Ann-Christin sechsmal die Woche, jeweils bis zu drei Stunden. Für die 16-Jährige sei es schwer, Schule und Sport miteinander zu vereinbaren. Das setze eine gute Planung der Wochentage voraus. Am Wochenende fährt sie, wenn möglich, nach Hauzenberg zu ihrer Mutter. “Da mein Papa in Wels arbeitet, wohne ich unter der Woche bei ihm. So habe ich zumindest einen Elternteil vor Ort. Meine Mutter sehe ich nur am Wochenende. Ich vermisse mein Zuhause schon ein wenig, aber anders wäre der Leistungssport neben der Schule nicht möglich“, so die Eisprinzessin.

Wie viele andere Sportler hatte auch Ann-Christin bereits mit Misserfolgen und schweren Zeiten zu kämpfen. Der Junioren Grand Prix in Ostrava in Tschechien im Oktober 2018, bei dem sie für das Team des WSV Aschaffenburg startete, sei für das Eislauftalent ein Desaster gewesen. „Für mich war es das schlechteste Ergebnis, das ich jemals hatte. Danach wusste ich nicht, ob ich es aus diesem Tief herausschaffe oder ob ich einfach mit dem Eislaufen aufhören soll. Nachdem ich aber eine Nacht darüber geschlafen habe, raffte ich mich wieder auf“, erzählt sie. Hinfallen und wieder aufstehen – so fing Ann-Christin nach diesem Misserfolg wieder mit dem Training an und konnte seither tolle Erfolge erzielen. Rückblickend betrachtet, erzählt sie,  hätte die Leistungssportlerin sowieso nicht mit dem Eislaufen aufhören können, denn so wäre ihr Traum einfach zerplatzt. Sie liebt das Eiskunstlaufen und darum trainiert sie jede Woche aufs Neue mit viel Eifer und Disziplin.

„Mich fasziniert an diesem Sport, dass man die kalte Luft im Gesicht spürt, so als würde der Wind wehen und dass es sich anfühlt, als würde man fliegen“, erzählt sie freudig.

Bis heute hat Ann-Christin schon mehrfach einen Platz auf dem Siegertreppchen erreicht. So war sie bereits vierfache Deutsche Meisterin und hat mehrere Siege bei internationalen Wettbewerben geholt. 2018 war die Hauzenbergerin Dritte bei den Seniorenmeisterschaften in Stuttgart. „Bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Dortmund lag ich im letzten Jahr nach dem Kurzprogramm auf Platz 16 und habe dann trotzdem noch gewonnen. Das war nahezu unmöglich und hat mich wahnsinnig gefreut“, erinnert sie sich.

Auch für die Zukunft hat das Eislauftalent noch große Ziele: Dazu zählt die Teilnahme und eine gute Platzierung unter den Top Ten bei den Europa-und Weltmeisterschaften der Senioren und Junioren. Auf ihrer Wunschliste stehen außerdem die Olympischen Spiele 2022 in Tokio.Die Eisprinzessin aus Hauzenberg – raus aus Europa und rein in die große Welt. Wir sind gespannt.

Sport

Veröffentlicht: 17. Januar 2020