Sport

Junge Talente

In der Welt des Sports muss man vor allem eines sein: diszipliniert. Denn für die meisten (angehenden) Profisportler geht es in erster Linie darum, neben straffen Trainingszeiten ihren Alltag zu meistern. Dazu gehört die Schule, aber auch, Zeit für Familie und Freunde zu finden. Gar nicht so einfach, aber was die drei jungen Talente Maxi, Aliah und Elena in dieser Ausgabe angeht, machen sie für ihren Traum alles möglich.

Höhenflug

Aliah-Delia Eichinger ist gerade einmal 17 und hat sich schon jetzt einen Namen im Freeski gemacht. Die junge Sportlerin aus Reichenberg begann ihre Karriere im Alter von zwei Jahren – seitdem ist sie von keiner Buckelpiste mehr wegzudenken.

Papas Idee

Noch bevor sie richtig laufen konnte, war Aliah schon auf den Brettern unterwegs. Mit ihrem Vater war sie seitdem auf den Pisten Freyung-Grafenaus, vor allem aber am hauseigenen Skilift in Reichenberg ein Dauergast.

„Dass ich zum Freeski gekommen bin, war Papas Idee. Erst war ich vor allem alpin unterwegs, dann baute mein Vater Snowtopia, unseren eigenen Park. Ab diesem Zeitpunkt war er mein erster Trainer“, erinnert sich Aliah.

Alles für den Sport

Das Hobby entwickelte sich schnell zur Leidenschaft. Um zu den Besten zu gehören, entschied sich Aliah vor vier Jahren die Christophorusschule in Berchtesgaden, ein renommiertes Sportinternat, zu besuchen.

„Während der Saison bin ich selten zu Hause“, meint die Sportlerin achselzuckend – so sei das eben.

Und mit ihren Eltern Heinz und Steffi hat sie nicht nur die bestmögliche Unterstützung, sondern auch die größten Fans, die ihr immer den Rücken stärken. So wurde sie 2016 Deutsche Meisterin im Freeski Slopestyle, 2017 Deutsche Meisterin im Freeski Halfpipe und konnte als weiteren Erfolg für sich verbuchen, 2017 beim Weltcup in Mönchengladbach dabei gewesen zu sein.

„Das war schon eine andere Hausnummer. Am coolsten wäre es aber, bei Olympia 2022 für Deutschland starten zu können – machbar wäre es auch“, meint die Sportlerin.

Für ihre Leidenschaft opfert Aliah freiwillig einen Großteil ihrer Freizeit: „Gerade im Winter muss ich mich nach den Schul- und Wettkampfzeiten richten.“

Trotz des Leistungsdrucks steht für Aliah doch der Spaß am Freeski an erster Stelle.

Auf ihre sportlichen Erfolge wurden auch diverse Sponsoren aufmerksam: So konnte Aliah Unternehmen wie K2, Roxy, Buff, Smith, MyMüsli und viele weitere für sich gewinnen.

Unfälle passieren

Aliah ist eines der größten Nachwuchstalente im Ski-Freestyle, doch auch sie ist vor Verletzungen nicht gefeit.

Im August 2018 zog sie sich unbemerkt einen Kreuzbandriss zu. Erst im November wurde dieser festgestellt und so fällt Aliah bis zum Frühjahr aus. „Mit der Zeit ist das Kreuzband immer weiter eingerissen, ohne dass ich etwas gemerkt habe. Ich war danach sogar noch einmal Skifahren“, erzählt Aliah.

Aber wirklich schlimm sei diese unfreiwillige Pause nicht für ihre Karriere: „Ich kann mich danach immer noch für Olympia qualifizieren.“

In nächsten Jahr wird Aliah ihren Gymnasialabschluss machen – und ihren Weg weiter Richtung Olympia gehen.


Schneller, höher, weiter

Nicht viele Menschen finden schon in jungen Jahren eine Leidenschaft, der sie ihre gesamte Zeit und Energie widmen. Elena Gust (16) wusste schon in der fünften Klasse, was ihr heute wichtiger ist denn je: die Leichtathletik. Gemeinsam mit ihrem Trainer Andreas Schaub (32) konnte die junge Sportlerin schon einige Erfolge im Hürdenlauf und Sprint für sich verbuchen.

Zwar ist die Leichtathletik eine Individualsportart, doch bei der Schülerin und ihrem Trainer spürt man einen immensen Teamgeist – und viel gegenseitigen Respekt.

Seit etwa vier Jahren trainieren die beiden drei Mal die Woche für Elenas Turniere. Allein 2018 sind sie über 10 000 Kilometer zu 16 verschiedenen Wettkämpfen in ganz Deutschland gefahren. „Etwa 70 Wettkämpfe haben wir mittlerweile schon zusammen bestritten“, weiß Andreas Schaub.

Um erfolgreich zu sein, müssen der Trainer und die Sportlerin viel Zeit investieren – doch dies scheint keinen der beiden zu stören.

 

„Leichtathletik ist mein Leben.“

Zur Sportart ist Elena über das jährliche Sportfest des Gymnasiums Freyung gekommen: „Danach wurde ich zu einem Schnuppertraining zum TV Freyung eingeladen. Ich wusste einfach, dass Leichtathletik zu mir passt.“

Der Ehrgeiz wuchs schnell. Elena fand Gefallen am Wettkampf, obwohl sie sich erst an die Aufregung gewöhnen musste: „Wichtig ist es, cool zu bleiben. Ich denke mir einfach, dass es Schlimmeres geben könnte als einen schlechten Lauf. Hauptsache, ich verletze mich nicht und versuche es immer und immer wieder. Nur so kann ich an meine Grenzen gehen und etwas schaffen.“ Andreas Schaub fügt schmunzelnd hinzu: „Als Trainer wendet man in der Vorbereitung auch Tricks an, die den Sportler motivieren und selbstbewusster machen sollen. Meistens merkt Elena das aber nicht.“

Ein Leben auf dem Sprung

Ihre Freizeit muss die Sportlerin genau planen: „Wir trainieren drei Mal wöchentlich im Verein.

Wenn es die Zeit zulässt, gehe ich zusätzlich noch einmal laufen und am Wochenende habe ich im Sommer meistens Wettkämpfe. Da muss man sich seine Zeit für den Freund oder die Familie sehr genau einteilen.“ Elenas Heimatverein ist der DJK SSV Hinterschmiding, für den sie ebenso wie für die LG Wolfstein bei Wettkämpfen startet.

Auch Andreas Schaub lebt für die Leichtathletik: „Ich war selbst 22 Jahre lang aktiv, fand es aber neben dem Sport schon immer toll, andere von meinen Erfahrungen profitieren zu lassen. Außerdem war mein damaliger Trainer Karl Lehner wie eine zweite Vaterfigur für mich. Da kam bei mir der Wunsch auf, selbst Trainer zu werden.“

Neues Jahr – neue Ziele

Nach der Saison ist vor der Saison: Elena und Andreas planen bereits die Wettkämpfe im Jahr 2019. „Zunächst einmal müssen wir durch das Grundlagentraining“, meint Andreas und zwinkert Elena schmunzelnd zu.

Welches Ziel die beiden langfristig erreichen wollen, weiß Elena genau: „Ich würde gerne einmal im Deutschlandtrikot laufen.“

Wie weit sie dafür zusammen gehen möchten?
„Diese Frage muss Elena beantworten“, meint Andreas. Und Elena antwortet: „So weit es geht.“


INS SCHWARZE

Der 14-jährige Gymnasiast Maxi Hable steht seit seinem sechsten Lebensjahr auf den Brettern. Damals war er vor allem im Langlaufsport vertreten und nahm schon mit acht Jahren an seinen ersten Wettkämpfen teil.

Als ich mit dem Biathlon anfing, wusste ich: Entweder mache ich es vernünftig oder gar nicht.
– Maxi Hable

Über einen Freund kam er später zum Biathlon im Wintersportverein Grafenau und wusste von Anfang an, dass er dafür ernsthaft an einer Karriere arbeiten musste.

„Die Eltern investieren viel Zeit und Geld. Ihre Kinder gehen dreimal in der Woche ins Training, fahren jedes Wochenende auf einen Wettkampf und brauchen in der Saison zwei bis drei Paar neue Ski. Das ist auch für die Eltern eine Herausforderung“, meint Trainer Andreas Riedl.

Grenzüberschreitend

Maxi geht gern ins Training. Dabei kann er abschalten und sich auspowern: „Am meisten gefällt mir die Kombination – man verausgabt sich und muss sich beim Schießen anschließend gleich wieder konzentrieren.“

Außerdem gibt es jedes Jahr eine Vereinszusammenkunft bei drei Trainingslagern in der Region und in Tschechien. „Das ist wirklich grenzüberschreitend. Neben dem Sport lernen die Athleten ein bisschen deutsch und tschechisch“, weiß Andreas Riedl.

Freizeit? Selten.

Wie bei vielen Leistungssportlern fällt die Freizeit auch bei Maxi häufig zu knapp aus.

Neben dem Training macht er privat Sport, sodass er auf ein Pensum von sechs Tagen in der Woche kommt.

„Die Unterstützung meiner Familie ist sehr groß. Meine Eltern sind bei fast jedem Wettkampf dabei und mein Vater kümmert sich darum, dass meine Skier immer gewachst sind“, erzählt Maxi.

Erste Siege und große Ziele

Aufgeregt sei Maxi vor jedem seiner Wettkämpfe, meint er: „Aber Ende 2016 – während meiner ersten Biathlon-Saison – gewannen wir mit unserer Staffel den Deutschen Schülercup.“

Seine großen Vorbilder sind unter anderem Simon Schempp oder Benedikt Doll. „Natürlich wäre es toll, Weltmeister oder Olympiasieger zu werden. Kurzfristig gesehen möchte ich aber Deutscher Meister werden“, weiß Maxi.

Auch Andreas Riedl wünscht sich für seine Athleten, dass diese ihre persönlichen Ziele erreichen werden.

Regional, Sport

Veröffentlicht: 22. März 2019