Keltendorf Ringelai

Töpfern
Töpfern
Töpfern
Töpfern
Keltenhaus

D
as Handwerk des Töpferns gibt es schon seit etwa 24 000 Jahren. Jede Nationalität kennt und schätzt die Tonprodukte und bei unseren tschechischen Nachbarn ist diese Kunstform mit dem Golem sogar fest in die jüdische Geschichte Prags integriert.

Was für eine Geschichte

Ein Mann, der die Geschichte des Landkreises ziemlich gut kennt, ist Stefan Geis, Geschäftsführer des Keltendorfes Gabreta. „Alles begann damals mit Paul Freund aus Ringelai, der schon als Kind (wir berichteten im DAHEIMVORTEIL Ausgabe Nr. 2, 2018; Anm. d. Red.) Tonscherben sammelte und diese regelmäßig von verschiedenen Archäologen klassifizieren ließ. Inzwischen kennt er sich wahrscheinlich besser aus als die Archäologen selbst“, lacht Stefan.

Zusammen mit Professor Helmut Bender von der Universität Passau war Paul Freund der Mitinitiator des heutigen Keltendorfes, in dem zwischen zehn und 15 Museumsmitarbeiter Besuchern die Lebensart dieser alten Kultur näher bringen.

„Es hieß, unser Teil vom Bayerischen Wald sei erst im 8. Jahrhundert nach Christus besiedelt worden: Bender wollte zeigen, dass dies durchaus schon vorher der Fall war“, erläutert Stefan weiter. 1996 begann der Bau von Gabreta, seit 2013 ist Geis der alleinige Betreiber: „Ich bin praktisch selbstständiger Keltenfürst.“

In Form gebracht

Jutta Koller aus Kumreut ist seit mehr als zehn Jahren ein fester Bestandteil von Gabreta. „Ich habe schon immer gerne getöpfert“, erinnert sich die Museumsbegleiterin. Privat fertigt sie Garten-Deko an und verkauft diese auf verschiedenen Märkten im Landkreis (z. B. in Finsterau am Handwerkermarkt). „Am Töpfern macht mir vor allem Spaß, dass man mit dem Material so lange arbeiten kann, bis herauskommt, was man sich vorgestellt hat.“

Anfänglich habe sie ausschließlich die Töpferaktionen im Keltendorf gemacht, doch das reichte Jutta schnell nicht mehr: „Die Besucher wollten gerne etwas über die Kelten hören und ich wusste nichts darüber – also habe ich den Kurs zur Museumsbegleitung gemacht.“

Nach den ersten aufregenden Museumsführungen entdeckte Jutta die Freude an dieser Aufgabe: Über die zehn Jahre in Gabreta erlernte sie neue Fertigkeiten im Keltendorf und leitet nun abwechselnd auch Aktionen zum Mitmachen über das Brotbacken, das Filzen oder das Bogenschießen.

Die Töpferei: Meditativ und spielerisch lernen

Die Frage nach dem Warum das Töpfern so vielen Menschen Freude bereitet, ist schnell geklärt. Die Töpferei hat eine beruhigende Wirkung auf den Menschen und steigert wie fast alle handwerklichen Tätigkeiten die Denkfähigkeit vor allem bei jungen Menschen und Kindern.

„Ich arbeite grundsätzlich nur mit den Händen und nicht mit einer Drehscheibe: Ich finde es einfach schöner, wenn jedes Stück ein Unikat ist“.

Regelmäßig zieht es Besucher auch von außerhalb der Region in das Keltendorf, um mit Jutta zu töpfern. Vor einem reetgedeckten Haus setzt man sich zusammen und fängt einfach an – Jutta erklärt, wie die Arbeit mit dem Ton funktioniert und lässt anschließend jeden selbst probieren, bis dabei individuelle Trinktassen nach Keltenart herauskommen.

Jutta weiß: „So lange es das Keltendorf gibt, werde ich auch dabei sein.“ Auch Stefan Geis freut sich über das Interesse seiner Besucher: „Und Handwerker wie Jutta können wir immer gebrauchen. Wer Interesse hat, kann sich gerne melden.“


Gabreta –
Das Keltendorf im Bayerischen Wald
Lichtenau 1a
94160 Ringelai
Tel.: 08555 407310
info@gabreta.de
keltendorf.com

 


Sommeröffnungszeiten bis 4.11.2018
Di–So und an Feiertagen: 10–18 Uhr;
An Feiertagen auch montags geöffnet

Handwerk, Heimat, Kunst, Natur

Veröffentlicht: 12. September 2018

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