Ines Grohmann: Schmerz- und Traumatherapie

Einfach mal was Neues ausprobieren

von: Isabelle Reihofer

Ich bin ein gesunder Mensch – pumperlgsund würde man bei uns in Bayern sagen. Natürlich habe ich – wie alle Menschen, die ich kenne – Schicksalsschläge erlitten, die einen waren schlimmer, die anderen habe ich beinahe schon vergessen.

Als ich einen Termin für eine TRE-Sitzung bei Ines Grohmann vereinbare, die eine Privatpraxis für Schmerz- und Traumatherapie führt, schäme ich mich ein bisschen: „Ich habe doch nichts.“

Über den eigenen Schatten springen

Ich komme in ihre Praxis und werde herzlich begrüßt. Sie fragt: „Ist das deine erste TRE-Sitzung?“ Ich nicke, während wir in ihren Übungsraum gehen, in dem vier blaue Isomatten liegen. TRE bedeutet Trauma & Tension Releasing Exercises und steht für einfache Übungen, die durch kontrolliertes Zittern zu einem inneren Gleichgewicht führen sollen.

„Ursprünglich wurde TRE entwickelt, um Menschen in Kriegsgebieten oder nach (Natur-)Katastrophen wie Tsunamis oder Erdbeben zu helfen“, weiß Ines. „Wir machen hier aber keine Therapie. TRE ist ein Werkzeug zur Selbstregulation und auch für Menschen gedacht, die durch einen stressigen Alltag unter viel Anspannung stehen. So können sie sich selbst helfen, wenn sie sich gestresst fühlen. Ich interpretiere nicht, was sich da gerade löst, das weiß nur der Organismus selbst. “

Das baut mich auf: Stress in meinem beruflichen Alltag habe ich mehr als genug. Damit beginnen wir die Sitzung: Ich mache Dehn- und Kraftübungen, nichts übermäßig anstrengendes. Es ist schön, sich nur auf seinen Körper zu konzentrieren, obwohl ich nicht genau weiß, wie das mit dem Zittern funktionieren soll. Ines zeigt mir, was ich machen soll und ich mache es einfach.

Das Wichtigste:
einfach loslassen

Irgendwann sind wir an dem Punkt angekommen, an dem ich versuchen soll, meinen Körper zum Zittern zu bringen – doch nichts geschieht. Ich bin enttäuscht und schaue Ines fragend an. „Wir können diese Übung lassen und eine andere probieren“, schlägt Ines vor. Doch mein Ehrgeiz ist geweckt. „Nein“, sage ich und versuche es noch einmal.

Die Sache ist die: Es klappt nur, wenn man auf seinen Körper hört und sich entspannt. Ich versuche es noch einmal und dann ist es plötzlich da: Von der Hüfte abwärts zittere ich wie Espenlaub, wie jemand, der auf einer laufenden Waschmaschine steht.

Ich bin sehr erstaunt, vor allem über meinen eigenen Körper. Es verblüfft mich, dass er sich so völlig losgelöst von meinem Willen bewegt. Auch ist dieses Zittern nicht auf Anstrengung zurückzuführen. Es passiert einfach. Ines lässt mich noch eine Weile in diesem Zustand, während ich fasziniert auf meine Beine schaue. Dann soll ich mich strecken, die Beine ausdehnen und so schnell, wie es begonnen hat, hört das Zittern wieder auf.

Entspannt in die Woche starten

Ich setze mich auf und sondiere: Ich bin müde, aber gleichzeitig so zufrieden mit mir selbst wie schon lange nicht mehr.

Plötzlich kommen mir die Kleinigkeiten, die mich jeden Tag ärgern, auch so vor: wie Kleinigkeiten. Dass ich nach Hause hinter einem Sonntagsfahrer hergurken muss, der die Landstraße mit rasanten 60 Stundenkilometern dahin schleicht? Mir egal. Ich fühle mich schwer und leicht zugleich und freue mich, dass mich dieses entspannte Gefühl tatsächlich noch ein paar Tage begleitet.

Ich weiß nicht, ob man mit TRE schwerwiegende Probleme lösen kann, da ich – und das ist Luxus – wirklich keine allzu großen Probleme habe. TRE bedeutet für mich deshalb einfach, seinen Alltagsstress loszulassen, im wahrsten Sinne des Wortes abzuschütteln. Ich würde jedem empfehlen, es einfach selbst auszuprobieren.


Praxis für Schmerz- & Traumatherapie
Ines Grohmann
Pfarrer-Pichler-Straße 2b
94065 Waldkirchen
Tel.: 08581 7262880
praxis@mirtutnixweh.de
www.mirtutnixweh.de

gesponsert, Gesundheit und Pflege

Veröffentlicht: 29. November 2018