Selbstversorgerhof

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Autark und stark

Als Heizung gibt es nur den Holzofen, die Tiere im Stall wollen versorgt werden und der Alltag besteht größtenteils aus harter, körperlicher Arbeit. Lisa und Rolf Haidorf aus Schönbrunn am Lusen haben dem Wort Selbstständigkeit eine ganz neue Bedeutung gegeben.

Die Wurzel der Idee

Begonnen hat ihr persönliches Abenteuer vor 27 Jahren mit der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes. „Wir haben im Raum München einen Heimgarten mit etwa 300 Quadratmetern angelegt. Der war uns schnell zu klein“, erinnert sich Lisa. Deshalb suchte sich die junge Familie im Jahr 2000 zuerst einen Hof in Schrobenhausen, um ihre Anbaumöglichkeiten zu vergrößern.

Lisa ist gebürtige Freyungerin und ausgebildete Gärtnerin im Bereich Blumen und Zierpflanzen. Deshalb ist man aber nicht gleich Profi in der Landwirtschaft, oder? „Nein, etwas Grundwissen ist zwar da, aber ansonsten mussten wir es uns selbst beibringen. Und die Augen offenhalten“, berichtet Lisa schmunzelnd.

„Wenn wir gesehen haben, dass die Bauern ihr Gras mähten, haben wir die Maschinen selbst auch gleich angelassen.“

Es kann nicht immer Sommer sein

Dann wurde Lisa schwer krank, weshalb sich das Ehepaar entschloss, wieder in die alte Heimat nach Freyung-Grafenau, zu ziehen. „Als meine Frau krank wurde, wollten wir einfach in die Nähe ihrer Familie“, meint Rolf, der selbst gebürtiger Münchner ist. „Ich konnte nicht mal mehr eine Teekanne heben. Das war sehr belastend“, ergänzt Lisa.

Der Tapetenwechsel schien gesundheitlich wahre Wunder zu bewirken und auch der neue Hof wuchs schnell zu einer beträchtlichen Größe: Angefangen mit 500 Quadratmeter Gemüsegarten verdreifachten die Haidorfers die Anbaufläche über die Zeit. Mit ihrem Verkauf am Hof beliefern sie nun Menschen aus der Umgebung, aber auch Urlauber und begeisterte Bioliebhaber mit frischem Gemüse.

Man erntet, was man sät

Wichtig ist dem Paar, dass sie der Erde nur so viel nehmen, wie sie ihr wieder geben können. Diese Form der Landwirtschaft nennt sich Permakultur.

„Wir möchten eine Einheit zwischen Mensch und Natur schaffen: Wir sorgen für Kompost und Nützlinge in der Erde und können so immer wieder ohne Probleme anbauen“,

erläutert Lisa.

Urlaub haben die beiden erst, wenn es schneit. Ansonsten beginnt jeder Tag früh am Morgen. Nach dem ersten Kaffee werden zuerst die Tiere versorgt, bevor man sich selbst ein Frühstück genehmigt. Anschließend muss den ganzen Tag am Hof gearbeitet werden – zwölf Stunden sind für Lisa und Rolf normale Arbeitszeiten.

Mit findigen Ideen erweitern sie ihren Garten Stück für Stück. „Wir möchten diesen Sommer ein in den Boden eingelassenes Kraterbeet bauen. Dieses ist für wärmeliebendes Gemüse gedacht, damit wir dem harten Klima ein Schnippchen schlagen können“, beschreibt Rolf den geplanten Ausbau. Außerdem haben die Haidorfs für den Sommer 2018 ein weiteres Projekt geplant: Ein Brotbackofen aus Naturstein soll vor dem Eingang des alten Bauernhauses entstehen.

Es ist immer was los am Hof

Lisa gibt ihr Wissen gerne weiter: Wer Fragen zum Gärtnern oder Anbauen hat, kann sie in einem persönlichen Gespräch um Tipps und Tricks bitten. Auch nehmen sie WWOOFer bei sich auf. Das sind Reisende, die gegen Kost und Logis bei ihnen auf dem Hof mithelfen. Vermittelt werden diese über die Organisation WWOOF – World Wide Opportunities on Organic Farms (auf deutsch: Weltweite Möglichkeiten auf Biohöfen).

Im Juli findet auf dem Hof zum zweiten Mal ein Open-Air-Konzert statt und auch sonst veranstaltet das aufgeweckte Paar verschiedene Projekte, wie beispielsweise das Bauen von Frischholzmöbeln und Workshops für Groß und Klein im Bereich Kräuter oder Gemüse.

Da sind nicht nur Interessierte und Naturliebhaber neugierig. „Einmal,“ berichtet Lisa und lacht, „meinte eine Bekannte zu mir: Fleißig bist du immer! Daraufhin antwortete ich spaßeshalber: Schaust du mir wohl mit dem Fernglas zu? Die Antwort hat mich dann doch einigermaßen überrascht: Freilich, sonst sehe ich dich ja nicht.“


Selbstversorgerhof Haidorf
Schönbrunn am Lusen 317
94545 Hohenau
Tel.: 08558 974260
www.paradies-am-lusen.de

Rezeptidee:

Rote Beete Chips

Ganz einfach selbstgemacht

  • Die rote Beete schälen und in schmale Scheiben hobeln.
  • Anschließend am offenen Ofen bei etwa 120 Grad trocknen lassen.
  • Wer möchte, kann die rote Beete vorher noch mit Salz (und Chili) verfeinern.
selbstversorgerhof

Bio, Natur, Regional, Rezeptidee, Tiere

Veröffentlicht: 19. Juni 2018

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