Teddybären selbst gemacht

Bärenstark

Petra Drexler ist studierte Sozialpädagogin, arbeitet bei der Frühförderstelle in Freyung und ist leidenschaftliche Bastlerin.
Neben vielen anderen Projekten fertigt sie seit Jahren in ihrer Freizeit Teddybären an, die sie zwar nicht verkauft, die aber für sie einen unschätzbaren Wert haben – vor allem, weil sie sich dabei entspannen und abschalten kann.

Angefangen hat der Bärenspaß für Petra Drexler vor beinahe zwanzig Jahren, als sie einen Kurs für die Herstellung der pelzigen Tierchen besuchte:

„Ich habe dann lange andere Sachen vorgezogen, doch irgendwann kam ich wieder auf den Geschmack und habe bis heute weit über 100 Bären hergestellt.“

Verkaufen möchte sie die Bären nicht, doch sie verschenkt sie gerne zu besonderen Anlässen. „Ein Verkauf würde sich nicht lohnen. Allein die Materialkosten würden einen Standardpreis bei weitem übersteigen“, weiß die talentierte Handwerkerin.

Abendstund hat
Gold im Mund

Petra arbeitet nur abends an den knuffigen Kuscheltieren: Ab 21 Uhr, wenn gegessen und aufgeräumt ist oder an ihren freien Tagen, vergisst sie gerne auch mal die Zeit und konzentriert sich voll auf ihre Projekte.

„Ich kann einfach nicht stillsitzen. Früher habe ich sehr viel Sport gemacht – auch heute bewege ich mich noch gerne und viel. Aber wenn ich abends an meinen Handarbeiten sitze, entspannt mich das. Gib mir etwas zum Basteln in die Hand und ich bin glücklich“, meint sie und lacht.

Ihre Kinder sind größtenteils aus dem Alter heraus, in dem man sich für Teddys interessiert, doch ihr jüngster Sohn erkennt sofort, wenn Petra einen neuen Bären genäht hat.

Warum Teddybären?

„Ich glaube, mir gefällt der Bär wegen seinen Eigenschaften so gut: Er ist gutmütig, freundlich, lustig und verspielt, aber auch unberechenbar und stark“, erklärt Petra.

Und weil Petra ihr Wissen nicht nur beruflich, sondern auch privat gerne an andere Menschen weitergibt, hat sie für den Daheimvorteil ein eigenes Schnittmuster und eine Anleitung für einen ihrer Teddybären zur Verfügung gestellt.

„So kann sich jeder seinen eigenen Bären – einen treuen Begleiter in allen Lebenslagen – machen“ schließt Petra.

„Da Beda“ – eine Anleitung

Das Material:

  • Mohair: ca. 60 x 30 cm
  • Wollfilz oder Wildlederimitat
  • 2 Glasaugen schwarz 7 – 8 mm; für kleine
  • Kinder Sicherheitsaugen verwenden
  • 2 x 25 mm Pappscheibe (Kopf)
  • 8 x 20 mm Pappscheibe
  • 5 T-Splinte, 2,5 x 28 mm
  • 10 Beilagscheiben 12 x 3,2 mm aus Metall
  • Füllwatte oder Schafwolle
  • reißfestes Nähgarn, schwarzes Stickgarn

Der Teddybär kann mit der Hand oder zum Teil auch mit der Nähmaschine genäht werden.

Die Vorbereitung:

Alle Teile des Papierschnittmusters kopieren, auf Pappe übertragen und ausschneiden. Die ausgeschnittenen Schnittmusterteile auf den Stoffrücken legen, dabei die Florrichtung beachten. Teile mit dünnen Eddingstift aufzeichnen und ca. 3 – 4 mm Nahtzugabe bei allen Teilen hinzufügen, mit einer scharfen Schere sauber ausschneiden. Den Schnauzenbereich je nach Florlänge kürzen oder rasieren.

Die Anleitung:

Schritt 1, Kopf:

Der Flor der Nasenpartien kann vor dem Nähen gekürzt werden. Die beiden Kopfseitenteile rechts auf rechts legen und die Kinnnaht schließen, von A nach B nähen und den Flor des Fells nach innen schieben. Kopfmittelteil einpassen und jeweils von der Nasenspitze zum Genick nähen, also von A nach C und von A nach D. Kopf wenden.
Ohren: Je zwei Ohrteile rechts auf rechts legen, zusammennähen und wenden. Die Ohren mit feinen Stichen von Hand zunähen.

Schritt 2, Körper:

Die beiden Vorderteile rechts auf rechts legen und von oben nach unten zusammennähen. Mit den beiden Rückenteilen genauso verfahren, jedoch eine Wendeöffnung (siehe Markierung) offen lassen. Anschließend die Seitennähte
zusammennähen. Den Körper wenden.

Schritt 3, Arme:

Die Pfoten an die Arminnenteile nähen. Armteile falten und die Naht bis auf die Öffnung schließen. Arme wenden.

Schritt 4, Beine:

Beinschnittteile rechts auf rechts legen und zusammennähen, dabei die Stofföffnung offen lassen. Die Sohlen einsetzen und mit kleinen Stichen annähen. Beine wenden.

Die Ausarbeitung:

Kopf:
Den Kopf stopfen, dabei auf sauberes und festes Stopfen in der Nase achten und das Halsgelenk einsetzen. Die Halsöffnung
um den Splint herum schließen (festes Garn).

Die Augen mit Stecknadeln festlegen und (mit reißfestem Garn) einziehen. Mit einer langen Nadel die Augen einziehen (Öse mit der Zange etwas zusammendrücken), hinten am Ohr verknoten.

Die Nase und den Mund mit schwarzem Stickgarn nähen. Die Ohren leicht gefaltet mit je zwei Stecknadeln am Kopf positionieren und annähen.

Wichtig bei Sicherheitsaugen:
Erst Sicherheitsaugen anlegen, dann stopfen und zunähen.

Arme und Beine:
Gelenke einsetzen und stopfen. Öffnungen schließen.

Körper:
Kopf, Arme und Beine am Körper montieren. Mit einer kleinen Schere vorstechen.
Von innen eine Papp-, danach eine Metallscheibe über den Splint schieben und mit einer Zange den Splint aufbiegen. Körper stopfen und die Rückennaht schließen. Fertig.

Viel Spaß beim Basteln.

Das Schnittmuster:

Einfach abpausen, auf Pappe übertragen und ausschneiden.

Download Schnittmuster

DIY "Do It Yourself", Handwerk, Tiere

Veröffentlicht: 5. April 2019