ULTIMA - ein Startup aus dem Landkreis stellt sich vor

ULTIMA

Drei Unternehmer drehen (auf)

DEUTSCHLAND IST NICHT GERADE ALS DAS LAND DER UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN BEKANNT. 2010 WAREN GERADE EINMAL 10,5 PROZENT DER DEUTSCHEN ALS SELBSTSTÄNDIG GEMELDET, DER EU-DURCHSCHNITT LIEGT BEI ETWA 14,5 PROZENT.

Dass die Deutschen ein nicht besonders risikofreundliches Volk sind, ist kein nationales Geheimnis und die bürokratischen Hindernisse erleichtern den Zugang zur Selbstständigkeit nicht gerade. Der Altersdurchschnitt der Unternehmer bei der Gründung liegt dabei vor allem zwischen 30 und 40 Jahren. Nur schien das die Jungs von ULTIMA design aus Freyung herzlich wenig zu interessieren. Ulrich Hansel, Markus Konnerth und Tizian Schickram haben diese Hürde Anfang 2016 im Alter von gerade einmal 23 Jahren genommen und ihre eigene Filmproduktionsfirma gegründet. Mittlerweile haben sie diverse Projekte für Firmen aus der Region umgesetzt und begleiten die Imagekampagne MEHRALSDUERWARTEST des Landkreises Freyung-Grafenau.

Wieso der Name ULTIMA?

Tizian: Den Namen ULTIMA (ULrich, TIzian, MArkus) haben wir uns schon während unseres Ingenieurstudiengangs Medientechnik ausgedacht und damit auch alle Projekte gezeichnet, die wir während dieser Zeit gemacht haben. (Die nächsten zehn Minuten wurden damit verbracht, diverse Studienprojekte und Spaßvideos wie einer Inszenierung der Bierchallenge und einer dreiteiligen, aufwendig produzierten Bear Grills Parodie zu sichten.)

Wie kamt ihr darauf, euch selbstständig zu machen?

Tizian: Ausschlaggebend war das Projekt der Donaugartenschau. Wir haben uns zusammen gesetzt und bei einem Bier oder zwei beschlossen, dass wir gemeinsam etwas starten wollen.

Uli: Dass die Wahl dabei auf Freyung fiel, war kein Zufall. Hier haben wir die Möglichkeit, uns zu entfalten und so eine Firma wie unsere gab es auch noch nicht.
Was war das größte Hindernis für euch?

Uli: Definitiv die Bürokratie. Der Aufwand ist einfach enorm – das System dahinter sollte man wirklich hinterfragen.

Markus: Wir haben etwa ein Jahr recherchiert, über alle Möglichkeiten diskutiert und immer wieder auch andere Unternehmer gefragt.

Uli: Wenn man den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ist dir eigentlich niemand böse gesinnt. Wer kann, hilft einem weiter. Manchmal kamen dabei vielleicht etwas fragwürdige Vorschläge (lacht). Zum Beispiel bei der Wahl des Autos meinte ein Unternehmer, wir sollen einen Mercedes B-Klasse kaufen. Aber diese Unternehmer haben einfach nicht mehr die Probleme, die wir als Startup noch haben. Grundsätzlich half uns aber jeder weiter.

Was macht euch am meisten Spaß bei der Selbstständigkeit?

Uli: (schmunzelt) Interviews. Davor bin ich nie interviewt worden.

Tizian: Für mich ist das Coolste die Selbstbestimmtheit. Du kannst machen, was du willst. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn wenn etwas schief geht, fällt man tiefer, als wenn man nur angestellt wäre.

Uli: Man ist auch einfach flexibler, wenn die Firma so klein wie unsere ist. Das geht schon los bei Terminvereinbarungen. Außerdem können wir selbst bestimmen, wie unsere Firma sich entwickelt, welche Richtung man einschlagen möchte und so weiter.

Welches Projekt hat euch bisher am besten gefallen?

Markus: Ich finde es schwer, mich für ein Projekt im Speziellen zu entscheiden. Ich glaube, immer das Neueste ist das Tollste. Das liegt einfach daran, dass wir uns stetig weiterentwickeln: ob das jetzt die Kamera- oder Lichtführung, die Storyentwicklung oder die generelle Zusammenarbeit zwischen uns ist. Wir versuchen bei jedem Projekt, etwas Neues einfließen zu lassen.

Woher bezieht ihr eure Inspiration?

Tizian: Wir holen uns von überall Inspiration. Das hängt einfach damit zusammen, dass nicht nur unser Arbeitsalltag, sondern auch das private Leben sehr von der Filmerei beeinflusst wird. Teilweise begrüßen wir uns morgens mit: Hast du die neue Werbung von Saturn gesehen, was treiben die denn da?

Uli: Viele Gespräche drehen sich bei uns ums Filmen. Auch wenn wir Feierabend haben, reden wir häufig über die Firma und was wir als nächstes machen möchten.

Eine letzte Frage: Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Uli: Einen Porsche. Spaß beiseite, das Wichtigste für mich ist bei der Selbstständigkeit eigentlich, dass wir geile Filme machen. Und das ist auch unser Ziel für die Zukunft: immer wieder über uns hinauszuwachsen.

ULTIMA design UG
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Fotografie und Film

Veröffentlicht: 8. März 2018