Das Wappen der Gemeinde Hohenau

Drunt in der hohen Au

WIE SCHON IN DER ERSTEN AUSGABE DES DAHEIMVORTEIL STELLEN WIR AUCH DIESES MAL EINE (RELATIV FREI ERFUNDENE) WAPPENGESCHICHTE VOR.

Und zwar geht es um die schöne Gemeinde Hohenau: Auf einer Fläche von 43 qkm tummeln sich etwa 3300 Hohenauer, die sich das Gebiet mit dem Großen Weihermoos teilen.

In diesem Großen Weihermoos lebten seit unzähligen Jahren drei sehr hübsch anzusehende Blumen, welche die nicht ganz so hübsche Bezeichnung Sumpfblutauge trugen. Jedes Jahr zu ihrer Blütezeit im Juni erwachten die Drei zur selben Zeit.

Die Eine war stets besonders schön gewachsen und fast einen Meter groß, womit sie vor den anderen prahlte. „Schaut, wie schön ich bin“, pflegte sie immer zu wiederholen.
Die anderen beiden rollten die Augen und tuschelten über diese eingebildete Art. „Kann diese angeberische Pflanze nicht einmal wo anders austreiben?“, fragten sie sich mehr als einmal.
So ging das Jahr ein, Jahr aus, bis zu einem schicksalsträchtigen Tag 1903, als sich ein junger Mönch im Großen Weihermoos verirrte. Das Carbidwerk in Freyung war gerade eröffnet worden und Hohenau war ein beliebter Wallfahrtsort. Der arme Mönch hatte mit einer schlimmen Magenverstimmung zu kämpfen, als er das große Sumpfblutauge erspähte.

Da der Mönch gute Kenntnisse in der Pflanzenheilkunde besaß, wusste er um die Durchfall lindernde Wirkung der Blume. Kurz entschlossen beugte er sich zu der Größten und rupfte sie aus dem Boden. Dabei fiel ihm ein Edelstein aus der Manteltasche, den er bei seiner Pilgerfahrt auf dem Weg nach Hohenau vor dem Carbidwerk gefunden hatte.

Die beiden anderen Sumpfblutaugen beobachteten das Schauspiel mit großen Augen. Der Mönch zog mit der großen Blume von dannen und ließ den Diamanten dafür zurück.
„Na so was“, flüsterte die eine Blume. „Unsere angeberische Freundin wird nun zu dem Mist, den sie stets verbreitete.“ Und wenn man Glück hat, hört man die beiden Blümchen zu ihrer Blütezeit im Juni heute noch über diesen recht schlechten Witz lachen.
Natürlich ist diese Geschichte frei erfunden, aber das seltene Sumpfblutauge steht vielerorts auf der Roten Liste gefährdeter Arten und ist tatsächlich einer der vielen Schätze der Gemeinde Hohenau – weshalb sie auch auf dessen Wappen zusammen mit dem Diamanten abgebildet wird.

Regional

Veröffentlicht: 1. März 2018